Freitag 17. November 2017

Entstehungsgeschichte | Chronologie

 

 

 

"Das neue Gotteslob scheint mir im Unterschied zum Vorgängerbuch viel stärker aus einem Rezeptionsprozess entstanden zu sein. Man hat geschaut, was die Gemeinden brauchen, welche Lieder vor Ort lebendig sind – und das hat man dann im Gesangbuch aufgegriffen" (Meinrad Walter, Musikwissenschaftler)

 

Wie wird ein neues Gebet und Gesangbuch? Vorweg, zum Gelingen des "neuen Gotteslobes" trugen weit über 250 Personen bei. Schon allein die Tatsache, dass alle deutschsprachigen Diözesen (mit Ausnahme von Liechtenstein und der Schweiz) bei der Erstellung des Buches eingebunden wurden – und das sind fast vierzig –, sorgte für eine Beteiligung von so vielen Personen.

 

Im Folgenden die organisatorische Struktur, die bei so vielen MitarbeiterInnen notwendig wird, sowie grundsätzliche Überlegung zur Neupublikation anhand einer kurzen Rückschau auf die Entstehung dieses Buches.

 


 

November 2001   Formaler Beschluss durch die Bischofskonferenzen in Österreich und Deutschland. Zugleich Errichtung der "Unterkommission der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz", bei der die österreichischen Mitglieder als "stimmberechtigte Gäste" geführt wurden. Den Vorsitz in der Unterkommission führte Bischof Friedhelm Hofmann (Würzburg); die österreichische Bischofskonferenz war vertreten durch Erzbischof Dr. Alois Kothgasser (Salzburg) und Bischof Dr. Egon Kapellari (Graz-Seckau). Die Fachleute, die in der Unterkommission mitwirken sollten, wurden nach den erforderlichen Kompetenzbereichen für die Gesamtkonzeption des GGB berufen: Liturgie, Kirchenmusik, Pastoral, Bibel und Spiritualität – davon aus Österreich: Univ.-Prof. Dr. Rudolf Pacik (Salzburg) und Prof. Dr. Franz Karl Praßl (Graz). Diese Unterkommission wurde mit der weiteren Konkretisierung der Planung und der Abstimmung mit den Bischofskonferenzen bzw. Bischöfen im deutschen Sprachgebiet beauftragt.
     
6. April 2002   Konstituierung der Unterkommission und Einsetzen von 10 Arbeitsgruppen (» Link) sowie Festlegen der Arbeitsstruktur (» Link) und der Grundlinien für die Erarbeitung (» Link). Die Arbeitsergebnisse, konkret eben die Inhalte für die einzelnen Kapitel des GGB wurden von den Beratern der Unterkommission in gemeinsamen Sitzungen mit den Arbeitsgruppen evaluiert, diskutiert und nach allfälligen Änderungen angenommen. In strittigen Fällen entschieden die Bischöfe der Unterkommission.
     
2002  

Die Diözesen ernennen Beauftragte, die sich seit Jänner 2003 jährlich einmal trafen zu Informations- und Meinungsaustausch und zum Abklären offener Fragen. Österreichkoordinator ist der Salzburger Kirchenmusikreferent, Mag. Armin Kircher. Im Großen und Ganzen sind diese Personen auch die Verantwortlichen für die Einführung des Gotteslob (» Link) in ihrer Diözese.

     
2003  

"Akzeptanzerhebung" (» Link) zu den Liedern im Gotteslob. Die Auswertung der Fragebögen brachte neben erwarteten auch überraschende Ergebnisse, die sich bei Entscheidungen in Einzelfragen als hilfreich erwiesen. Bereits vor Beginn des Erarbeitens der Inhalte des neuen Buches wurden Zuschriften die Inhalte des Gotteslob 1975 betreffend ausgewertet.

     
Advent 2007 - Pfingsten 2008   Pfarren sammeln Erfahrungen zu Inhalten und grafischer Gestaltung des neuen Buches anhand einer Probepublikation. Jede Diözese konnte über den Diözesanverantwortlichen 3–6 Pfarren benennen. Ausgewertet wurde mit Einreiß- und Fragebögen getrennt nach definierten Gruppen: Kirchgängern, Kirchenmusikern, Liturgieverantwortlichen, ausgewählten Familien und pastoralen MitarbeiterInnen. Die Ergebnisse waren zum Teil überraschend und erforderten eine Anpassung der Arbeitsaufträge an die verschiedenen Arbeitsgruppen.
     
2010  

Beginn der Endredaktion des Stammteils, 2011 lief das Approbationsverfahren der Bischofskonferenzen und des Bischofs von Bozen-Brixen.

     
2012  

"Rekognoszierungsverfahren": Nach "Liturgiam authenticam" N2. 108 war für die Gesänge für die Liturgie auch ein ein Prüfverfahren seitens der römischen Gottesdienstkongregation notwendig.

     
Dezember 2012  

Erteilung des Druckauftrags seitens der Bischöfe. Seit Ende Jänner laufen die Druckmaschinen für die insgesamt 3,6 Millionen Bücher, für die alleine die Papierbeschaffung 1 Jahr Vorlaufzeit beanspruchte – immerhin 3.000 Tonnen Papier, rund 800 LKW! Für Österreich werden rund 540.000 Exemplare gedruckt, das sind etwa 700 Europaletten.

     
6. Januar 2013   EB Kothgasser erteilt das Imprimatur für die Österreichausgabe.
     
November 2013  

Anlieferung der Standard-Ausgaben "Eigentum der Kirche" für den Gebrauch im Gottesdienst, an die Pfarren in ganz Österreich. Offen ist, wann die Ausgaben für den persönlichen Gebrauch im Buchhandel (» Link) erhältlich sein werden.

     
1. Dezember 2013  

Ab 1. Adventsonntag soll das bisherige Gotteslob als Rollenbuch der Gemeinde im Gottesdienst durch das neue Gotteslob ersetzt.

     
2014/2015   Für das Schuljahr wird eine eigene Ausgabe für die Schulbuchaktion ediert.
     
Sommer 2014   Auslieferung der Großdruck-Ausgabe "Eigentum der Kirche".

 

 

Ein Wort zuvor...

Wortlaut des Vorworts der österreichischen Bischöfe zum neuen Gotteslob

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"Wunschlieder"

Zum Erstellen der Auswahl der Lieder im neuen "Gotteslob" wurde erhoben, welche Lieder im bisherigen "Gotteslob"  am meisten vermisst wurden - alte und neue.

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